Donnerstag, 23. November 2017

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"Zweitausend + 10 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB (1.5.2010)

 Patrick Weber (2.5.2010)

ZU VIELE TÜCKEN IN BERLIN

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Unter diesem Motto fuhren Olaf und ich zur 2000+10 Tücken. Im Bewusstsein dass hier die Regeln völliges Neuland für uns sind und das alles nichts mit den uns bekannten Orifahren zu tun hat, hatten wir uns beide versucht optimal vorzubereiten. Mehrfaches durchlesen der Regeln des ADMV kostete viel Zeit und Nerven. Durcharbeiten der Unterlagen aus 2008 + 2009 und immer wieder staunen, wie bei der jeweiligen Aufgabe dann doch die Lösung zu sein schien.

Aber wir wollten es live erleben und beschlossen schon früh im Jahr, dass die Tücken 2010 zu unserem Veranstaltungskalender gehören sollte. Auch die 660 km Anreise für mich waren natürlich kein Problem. Da wir wie immer bei so weit entfernten Veranstaltungen schon freitags anreisen, zeigte sich das Ori-Gebiet im wahren Osten-Stil. Manchmal dachte ich, erst gestern wäre der Mauerfall gewesen und die Zeit ist einfach stehengeblieben. Veranstaltungsort ca. 60 km nördlich von Berlin. Ich selbst war noch nicht so oft im Osten, aber so stellte ich es mir dann doch nicht vor. Ein wahres Erlebnis der anderen Art.

Am Samstag um 12:00 Uhr startete dann die Tücken 2010. 15 Minuten vorher gab es die Aufgaben. Gleich die erste Aufgabe waren die von uns gehassten Fischgräten. Wobei hier alles nochmal anders zu lösen ist, als in der West-OM. Eben viel spezieller. Mit normalen Fischgräten, rechts einen liegen lassen oder links zwei liegen lassen, hat das nichts mehr zu tun. Hier geht es schon los welcher Weg überhaupt als rechts einen liegen lassen gezählt werden kann, bzw. darf. Und um hier die Aufgabe lösen zu können ist ein extra Studium notwendig. LEIDER.

Auch das von der Grundausschreibung geforderte Einbahnsystem ist nicht so wie ich es kenne. Einbahnsystem heißt nie gegenläufig fahren. NIE. Aber hier oben im Norden ( ADMV ) gibt es auch sogenannte Schleswig Hosteinische Pfeile. Gegen diese darf man fahren. Wenn es denn in den Aufgaben stehen würde, dass jetzt diese Art der Pfeile zu fahren sind. Aber weit gefehlt, raten war für uns angesagt, denn es sollte ja schwierig bleiben.

Oder Punkte. Ich kenne es so, wenn ein Fahrtauftrag Punkte enthält, so müssen diese alle irgendwann abgefahren werden. Immer auf dem kürzesten Weg zum nächsten, usw. Nicht so hier in Berlin oder nach ADMV Reglement. In FA 2 kamen Punkte an die Reihe. Soweit so einfach. Aber wenn man ans Ende der Aufgabe kommt, sind noch Punkte übrig, die man nicht erreichen konnte, da andere Punkte kürzer zu erreichen sind. Also würde ich sagen, eine Schleife fahren und die restlichen Punkte noch abfahren. Nein. Die nicht angefahrenen Punkte einfach vergessen und weiter mit dem nächsten Auftrag. Verstanden habe ich das nicht. Aber wir kennen auch die Regeln nicht genau, und das ist zum richtigen Lösen der Aufgaben das Problem. Mal die Lösung ( FA 2 ) auf der Homepage anschauen.

Von insgesamt 13 Fahrtaufträgen haben wir ganze 3 Fahrtaufträge richtig gelöst. Auch staunte ich nicht schlecht, als ich das Super ausgearbeitet Lösungsbordbuch in den Händen hielt. Nichts passte wirklich zusammen was sich Olaf und ich erarbeitet hatten. Kontrollfehler reite sich an Kontrollfehler. Aber die beschriebenen Lösungswege waren dann wieder verständlich und verdeutlichten den eigentlichen gedachten Weg. Und wenn man die Regel X beachtet hätte, könnte man sogar die Aufgabe richtig lösen. Auch das ständige wechseln zwischen Übersichtskarte und Aufgaben brachte uns wirklich nicht weiter. Immer wieder anhalten, grübeln was will Peter Kietzmann von uns. Und die Erkenntnis, das unsere Lösung wahrscheinlich zu einfach war. Manchmal blieben wir stehen und versuchten noch mehr um die Ecke zu denken, aber vergeblich. Nicht umsonst heißt diese Ori 2000 + 10 Tücken. Und jedes Jahr werden es mehr Tücken.

So waren wir am Ende des Tages 4 Stunden und 35 Minuten unterwegs. Hatten 114 km absolviert und waren nur noch froh, dass endlich der letzte Fahrtauftrag geschafft war. Im Ziel bekam man sofort das Lösungsbordbuch. Üblich wie immer. Sauber ausgearbeitet, tolle Erklärungen, warum man so fahren musste und nicht anders. Auch das eigentliche Bordbuch wies keine Fehler auf. Gut, wir konnten keine Fehler feststellen, da wir uns auch nicht wirklich auskennen. Jeder Punkt, Strich oder Pfeil war gut zu erkennen. Alles sauber gemacht. Für uns leider alles zu bürokratisch. Und wer das ADMV Reglement mal durchliest, merkt schnell dass sich hier wirklich dauernd um die optimale Beschreibung der zu lösenden Aufgaben gekümmert wird. Einfach Wahnsinn.

Am Ende leisteten wir uns 23 Kontrollfehler, oder besser gesagt, 23 Kontrollen waren irgendwie anders anzufahren und 35 Minuten Karenz. Die mehrfachen Deutschen Ori Meister Michael Zeuner mit Fahrer Jörg Treuke hatten mit 13 Kontrollfehlern und auch 35 Minuten Karenz die Gesamtwertung der Experten gewonnen. Für einen Sieger irgendwie auch zu viele Kontrollfehler. Aber mir schien es so, als hatte Peter Kietzmann uns wirklich bis zum äußersten gefordert.

Alles in allem hat es aber Spass gemacht im Osten der Republik fahren zu dürfen und es war eine Lehrstunde vom allerfeinsten. Viel gelernt haben wir auf jeden Fall.

Und so kam es dann zu folgendem Ergebnis in der Expertenklasse.
Aufgaben und Lösungen sicher bald auf der Homepage der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB -

1. Jörg Treuke / Michael Zeuner - 130 / 35
2. Steffen Müller / Michael Kissel - 130 / 42
3. Frank Hauf / Hans-Jürgen Bartels - 180 / 54
4. Gerd von der Heyde / Martin von der Heyde - 210 / 25
5. Reiner Freiberger / Michael Lobenhofer - 210 / 35
6. Sonja Bruksch / Jürgen Bruksch - 220 / 59
7. Patrick Weber / Olaf Jessen - 230 / 35
8. Kirsten Maier / Marco Rengers - 250 / 55
9. Dieter Hillebrand / Martin Breiter - 260 / 23
10. Lars Eberle / Matthias Engewald - 270 / 46
11.Jörn Fuhrhop / Lutz Müller - 280 / 49
12.Bernd Eydner / Petra Lasner - 280 / 54
13. Ulrich Bleeke / Eckhard Pröhl - 300 / 59
14. Reinhard Weidauer / Riccardo Weidauer - 330 / 12



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"Zweitausend + 10 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB (1.5.2010)

 Peter Kietzmann (5.5.2010)

Hm, da muss ich als Fahrtleiter wohl doch mal ein paar Zeilen schreiben...
Also, da sind Patrick und Olaf die Tücke mitgefahren. Und gefallen hat es ihnen nicht so richtig! Warum eigentlich? Was war an den Fahrtaufträgen denn so speziell? Schaun mer ma:

1. Eine Fischgräte nach Kartenausschnitt mit der Zusatzbedingung, dass Einmündungen, bei denen keine Wahl der Fahrtrichtung besteht, nicht berücksichtigt sind. Eigentlich nicht so schwer wie in Artland, wo es noch zwei weitere Zusatzbedingungen bei dieser Aufgabenstellung gab. Warum brauchte es bei uns ein extra Studium und in Artland nicht?
2. Ein paar Punkte, immer den kürzesten Weg. Habt Ihr ja richtig gemacht. Die abschließende Runde um die letzten Punkte zu holen musste ich per Zusatzfahrtauftrag an der OK1 neutralisieren, da ich aufgrund von Genehmigungsauflagen den 3. Fahrtauftrag noch zwei Wochen vor der Veranstaltung umbauen musste.
3. Ein paar Pfeile und Punkte mit angegebener Reihenfolge. Also immer von einem Pfeil zum nächsten erreichbaren Punkt und weiter zum nächsten erreichbaren Pfeil. Dabei war ein typischer „Schleswig-Holstein“ Pfeil. Hier musste man aber nicht raten. Ein Blick in die Durchführungsbestimmungen verrät, dass einfach alle Pfeile diese Eigenschaft haben können (wie in den Jahren zuvor auch schon, was Ihr auf der Anreise schon trainiert habt).
4. Insgesamt 7 Pfeile nach Reihenfolge durch Zehdenick. Da habt ihr eine Runde „wegoptimiert“. Tja, die Schleswig-Holsteiner. Da fällt mir natürlich noch eine Anekdote ein. Der Olaf war doch mal Fahrtleiter in Sülfeld (das liegt in Schleswig-Holstein). Da müsste er doch noch beste Erinnerungen an die „Schleswig-Holstein“ Pfeile haben.
5. Ein Streckenplan bestehend aus einer Angabe (Transportetappe). Habt Ihr richtig gemacht (der Deutsche Meister aber nicht).
6. Eine Mini-Streckenskizze mit Punkt. Immerhin waren 5 Straßenabschnitte einzuplanen. Schien mir nicht so schwer.
7. 4 Punkte nach Reihenfolge. Den Rand der Übersichtskarte habt Ihr richtig erkannt, den kürzesten Weg untenrum zu Punkt 4 nicht.
8. Eine Transportetappe nach Gransee. Den kleinen Strich im Straßennamen in Häsen übersehen und den Kartenausschnitt 6512 an der falschen Stelle gefahren.
9. Den Kartenfehler in Gransee nicht nach Grundausschreibung gefahren oder schlicht vergessen, die NK30 noch mal aufzuschreiben. Der Straßenplan war korrekt gelöst.
10. Ein Kartenausschnitt mit 2 „Bayernpfeilen“ und einigen kleinen roten Punkten. Den 2. „Bayernpfeil“ vorgeholt und den roten Höhen-Punkt übersehen.
11. Ein Kartenausschnitt mit zwei Pfeilen, einem „Bayernpfeil“ und einem Pfeilwurm. Habt Ihr richtig gefahren (der Deutsche Meister aber auch).
12. Die Fahrtrichtungsvorgabe im Kartenausschnitt nicht in die Übersichtskarte übertragen und die NK55 einmal zuviel (genau wie der Deutsche Meister). Michael Zeuner hat mir allerdings verraten, dass er eigentlich richtig fahren wollte, sein Fahrer Jörg Treuke die NK55 in Gegenrichtung im Rückspiegel aber nicht gesehen hat (haben wir auch gut getarnt).

Wie man sieht, sind viele Aufgaben einfach Pfeile, Punkte und kürzester Weg. Natürlich „tückisch“ zubereitet, aber lösbar. Nur Aufgabe 12 hatten alle Teams falsch. Waren die Aufgaben nun wirklich zu schwer? Bloß weil der Deutsche Meister 130 Strafpunkte hatte? Jeder hat mal einen schlechten Tag. Und eigentlich waren Müller/Kissel die Gesamtsieger, haben sie doch zwei NK’s nicht in die Bordkarte übertragen (Shit happens).

So, zum Abschluß frage ich mich, was an der ADMV Grundausschreibung so speziell sein soll, dass man dafür ein extra Diplom braucht? Ich habe höchstens 25% der Aufgaben aus der GA benutzt, es ist ja schließlich ein deutscher Meisterschaftslauf. Da sollte für Teilnehmer aus allen Regionen eine Aufgabenstellung dabei sein.
Dass es Dir alles zu bürokratisch und überdefiniert erscheint, ist nach meiner Meinung (auch nach der 13. Tücke) der einzig gangbare Weg um im ORI-Sport als Fahrtleiter zu überleben. Wenn Teilnehmer im Ziel Fragen stellen und dann Antworten bekommen wie: „Ist ja wohl logisch, dass …“, „So abwegig denken wir hier nicht …“ oder auch „Wir fahren hier immer so …“ ist das der beste Grund sich statt dem ORI-Sport ein anderes Hobby zu suchen. Aber Du machst ja dieses Jahr auch wieder eine Veranstaltung, da kannst Du alles besser machen.

CU
:-) Peter


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"Zweitausend + 10 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB (1.5.2010)

 Jürgen Brucksch (5.5.2010)

Bericht vom langsamsten Beifahrer ;-(

Vorwort:

Eigentlich wollte ich meinen Bericht zur schwersten Orie Deutschlands wie folgt beginnen:
"… Lieber Patrick, vielen Dank für Deinen Orie-Bericht über den ich stellenweise sehr schmunzeln musste, weil er mich auch an meine Erfahrungen/Eindrücke bei meiner ersten Tücken-Teilnahme 2006 erinnert hat --> "Straßen" wie zu Zeiten als es noch keine Autos gab (einmal sahen wir eine Fahrradfahrerin die ihr Fahrrad schieben musste, weil der kilometerlange Weg auch für Fahrräder zu schlecht war), Schwierige (ungewohnte) Aufgaben, die man trotz hervorragender Lösungshinweise teilweise erst nach ein paar mal überschlafen versteht…"

Nachdem dann aber Fahrtleiter Peter auf Deinen Bericht geantwortet hat und Du daraufhin in den News verkündet hast, dass Du jetzt nicht mehr in orie.de schreiben wirst fällt es mir schwer in diesem humorvollen Stil fortzufahren.

Deshalb eher sachlich und nüchtern:

Top war:
- TOP-Organisation "drumherum"
- Erstklassige Fahrtunterlagen (und zwar 3 komplett unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für Anfänger, Fortgeschrittene und "Profis")
- Sehr trickreich umgesetzte Aufgaben basierend auf dem meiner Meinung nach besten Regelwerk im Orisport (ADMV-Grundausschreibung), da dieses Regelwerk vieles eindeutig macht und uns neben den Standardaufgaben so schöne Aufgaben wie Streckenplan, Straßenplan usw. bis hin zu genauen Definitionen von "Neutraler Strecke", "Unpassierbarkeit" usw. in wenigen Seiten erklärt
- Mehr Orie-Tücken wie in jeder anderen Orie (die Tücken würden in manchen Regionen für eine ganze Meisterschaftsserie ausreichen!), das erwarte ich übrigens auch bei der schwierigsten Orie Deutschlands; d.h. deshalb nehme z.B. ich dort teil!
- Hervorragende Lösungen, in denen der richtige Weg nicht nur eingezeichnet sondern die Tücken auch noch genau beschrieben/erklärt werden
- usw.

Nicht top war:
- Wege, die obwohl Sie reguläre (doppellinige) Hauptstraßen waren, von teilweise so schlechter Beschaffenheit, dass unser Auto nach langsamer Durchfahrt eines kleinen Kraters Geräusche bis zum Ziel machte (haben sich nach der Autobahnheimfahrt wieder gelegt :-)
- Auf Grund des höchsten Schwierigkeitsgrades und der teilweise schlechten Hauptstraßen waren für mich "langsamsten Beifahrer" die ca. 110 km in 4+1 Stunden nicht zu schaffen

Als Fazit möchte ich zusammenfassen: Mir hat es sehr gut gefallen!
Die unzähligen Orie-Tricks auf höchstem Schwierigkeitslevel waren genau das, was ich mir von der schwierigsten Veranstaltung in Deutschland erwartet / gewünscht hatte. So eine spezielle Veranstaltung gibt es halt nur einmal in Deutschland und deshalb hat sich hier ein kleiner, aber erlesener Teilnehmerkreis als FAN-Gemeinde auf diese Orie eingeschworen. Jeder der hier mitfährt und es schafft alle Aufgaben innerhalb der Zeit anzugehen und ins Ziel zu kommen gehört zu den besseren Beifahrern (bzw. Beifahrerinnen) in Deutschland.

Wir waren übrigens bis zur DK noch auf Platz 4, sind dann aber auf Grund vieler Anfängerfehler und mangels Zeit nach der DK noch auf Platz 6 zurückgerutscht! Nachdem wir aber jetzt schon zum dritten Mal in der schwierigsten Klasse bei den Tücken gestartet sind, habe ich immerhin jetzt zum ersten Mal im Ziel sofort alle Lösungshinweise und dadurch meine gemachten Fehler verstanden ;-)

Gut unterrichteten Kreisen zufolge könnte dies wohl die letzte Orie von Fahrtleiter Peter gewesen sein. Für mich und andere Fans der Tücken wäre dies ein herber Verlust und deshalb hoffe ich, dass Peter irgendwann doch noch einmal ein paar Tücken für seine Fans "kreiert"

Jürgen

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"Zweitausend + 10 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB (1.5.2010)

 Reinhard Weidauer (5.5.2010)

Wir sind in diesem Jahr die Tücken zum ersten Mal in der A gefahren und fanden es im Vergleich zu anderen Veranstaltungen "sau-schwer" und nach Durchsicht der Lösungen zum Teil etwas verwirrend. Jetzt, nachdem sich alles etwas gesetzt hat und wir das vierte oder fünfte Mal über die Formulierungen nachgedacht haben, wird es langsam verständlich.
Nur warum der Pfeil 2 in der 4. Aufgabe nicht über die Gartenstraße angefahren werden darf haben wir nicht verstanden. Die Straße ist nach Detailkarte frei und diese Karte hatte Vorrang. Vieleicht kann Peter uns dazu noch mal einen Tip geben.

GANZ Wichtig !!!
Das sollte keine Kritik sein! Wir finden es eine Top-Veranstaltung zu der wir jederzeit wieder gern anreisen werden! Aber zur Erklärung für Alle, mein Co fährt das zweite Jahr Orie, davon 2009 in der B, 2010 in der A und wird in diesem Jahr erst 12 Jahre. Uns fehlt einfach noch etwas Erfahrung und Routine. Uns passieren eben Anfängerfehler, weil wir immer noch Anfänger sind. Zum Beispiel haben wir in Aufgabe 4 schlicht übersehen, dass auch die nicht numerierten Pfeile anzufahren waren! Kostete uns ca. 60 Punkte plus 2 NK's, die Riccardo nicht übertragen hatte. Für uns wäre also trotzdem ein Mittelfeldplatz möglich gewesen.

Noch ein kurzer Hinweis zu den Straßen. Wir fanden es gut und würden uns mehr Feld- oder Fahrwege wünschen. Die "schlechteren Strecken " waren in den Karten gut gekennzeichnet und selbst bei Gegenverkehr war ein Ausweichen möglich, ohne im unwegsamen Gelände zu versinken.

Wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr und hoffen, dass die Tücken eine Fortsetzung finden.

Reinhard und Riccardo Weidauer

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"Zweitausend + 10 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB (1.5.2010)

 Peter Kietzmann (6.5.2010)

Hallo Reinhard und Riccardo,

es wird nächstes Jahr eine "Tücke" geben, auch wenn die Klasse A dann von Marina Marks ausgearbeitet wird. Nach ca. 35 Jahren im ORI-Sport werden wir (Jürgen Brennecke und ich) etwas kürzer treten und dem Nachwuchs den Vortritt lassen. Wobei Marina auch schon über 10 Jahre aktiv dabei ist und die Aufgabenstellung sicherlich vom Stil her anders sein wird aber auch nicht einfach!

Nun zu eurer Frage:
Die Gartenstraße war im Fahrtauftrag 2 auf der Seite 1 ausge-X-t. Dieses galt laut Definition für alle (Übersichts-)Karten und Kartenausschnitte, also auch im Fahrtauftrag 4. Eine in der Nord-OM übliche Aufgabenstellung. Zugegebenermassen sehr tückisch und ihr ward auch nicht die einzigen, die darauf reingefallen sind.

Den Wunsch nach zusätzlichen Feld- bzw. Fahrwegen wird Marina auch gerne (er-)hören. Nur sollte die Tücke dann wieder etwas früher im Jahr stattfinden, damit es nicht so staubt.

Falls noch mehr Fragen auftauchen, schreibt mir einfach eine email.

:-) Peter


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"Zweitausend + 10 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye e.V. im RKB (1.5.2010)

 Martin Vogel (6.5.2010)

Ich lese seit geraumer Zeit aufmerksam die Berichte hier zu den ORI´s zu denen etwas geschrieben wird. Warum?
Aus Interesse an der Sache und in der Funktion als FK-Vorsitzender im ADMV.
Dass ich selbst nicht mehr so aktiv wie vor 10 Jahren teilnehme hat ganz einfache Gründe: Fahrten über 4 und mehr Stunden mit sehr komplizierten Aufgaben sind nicht mein Ding. Es gibt viele Teilnehmer, die das mögen und so sollen diese auch Ihren Spass an der Sache haben.

Grundsätzlich hat mich der 1. Beitrag dazu angestachelt hier meinen "Bautzener" (Senf) auch mal los zu werden. Ich bin erstaunt über die anderen Reaktionen und will eigentlich nur mal die grundlegenden Fehler klarstellen, die von verschiedenen Teilnehmern aus anderen Regionen gemacht wurden und werden. Dazu muss ich aber etwas weiter ausschweifen.

1. Zur Grundausschreibung des ADMV
Diese ist in den Jahren 1995 bis 2007 sukzessive verfeinert worden, entstanden aus einer Ursprungsausschreibung des ADAC Niedersachsen / Nordhessen. Die Veränderungen wurden immer wieder notwendig, weil es bei der damaligen Leistungsdichte im "Profi"-Lager auf kleinste Formulierungen ankam. Dass sie in der jetzigen Form seit fast 8 Jahren Bestand hat (Version 2003 war die "erste dieser Art"), ist eigentlich selbsterklärend.

2. Bemerkungen zu anderen Grundausschreibungen.
Viele Verbände oder Serienausrichter haben eigene Grundregeln. Ob das der NAVC, der ADAC oder Serienausrichter wie der BOC und auch die West-OM sind, jeder hatte und hat das eigene Regelwerk.
Die West-OM hat das mir bekannteste kürzeste Regelwerk o.k. in der Nord-OM und in Niedersachsen fährt man nach der GA Weser-Ems, die fast der ADMV-GA aus dem Jahr 1997 ähnelt. Im NAVC gibt es ein eigendes Regelwerk. Zum BOC siehe nächsten Punkt.
Hab ich den einen oder anderen hier nicht erwähnt? Man kann nicht alles kennen.

3. Wie wird die GA angewendet?
Es gibt Ausrichter von Veranstaltungen, die 100% der Regeln benutzen und in ihrer Veranstaltung keine Änderungen oder Abweichungen definieren. Letzteres ist gestattet, muss aber in den Durchführungsbestimmungen einer Veranstaltung auch angegeben werden. Also muss der Teilnehmer aufmerksam dieses dann am Wettkampftag existierende Zusatzregelwerk studieren und die Abweichungen innerlich verarbeiten. Deshalb kann man nicht die Pfeile aus der Nord-OM mit dem Einbahnstraßensystem der GA vergleichen, sondern als Teilnehmer das als Änderung akzeptieren und beachten. Ob eine solche Verfahrensweise nun gut oder schlecht gewürdigt wird, ist jedem Teilnehmer selbst überlassen. Der Eine mag das, der Andere nicht. Aber beachtet muss das werden. Das betrifft auch die Zusatzregel bei den Fischgräten bei Lösung nach Karte (nicht nur bei der ARGE). Die GA schreibt vor: alle Abzweige müssen angegeben sein. Genau wie in der West-OM. Wird in der Durchführungsbestimmung oder in der Aufgabe aber eine andere Regel vorgeschrieben, dann ist die Regel geändert worden und man kann das nicht als "andere Lösung im ADMV" bezeichnen, sondern maximalstens als "andere Lösung bei der Veranstaltung". Wichtig ist also immer, dass der Veranstalter die Regeländerungen auch bekannt gibt.

3. Was wäre das schönste Ziel
Ein persönliches Ziel wäre es, dass ein Jahr lang alle Veranstalter in der ADMV-Meisterschaft ohne ellenlange Durchführungsbestimmungen arbeiten würden. Das wurde bisher nur partiell erreicht.

Das zweite Ziel (offenbar unerreichbar) wäre, dass alle Ausrichter und Verbände sich zusammen setzen und ein einheitliches Regelwerk gestalten. Dieser Versuch wurde bereits im Jahr 2006 unternommen. Das Ergebnis war, dass der BOC (Bayrischer Orientierungs-Cup) am progressievsten handelte und dort wendet man auch heute noch das Regelwerk so an, wie es hätte sein sollen. Leider wurde das von den damaligen Mitgliedern unserer Fachkommission und der Mehrheit der Veranstaltergemeinschaft in unserer Meisterschaft nicht mitgetragen. Aus der demokratischen Abstimmung resutiert nun die Version der ADMV-GA mit Stand 01.01.2007.

Beim NAVC muss man konstatieren, dass deren Regelwerk in einem Jahres-Handbuch steht und selbst die ARGE, zumindest in vergangenen Jahren temporäre "Abweichungen bei der Veranstaltung" genehmigen lassen musste. Ob das heutzutage noch so ist kann ich nicht genau sagen.

5. Fazit
Dass wir nicht in der Lage sein werden mit möglichst wenig Seiten ein "Grundgesetz des Orientierungssports" zu definieren ist klar. Ohne Regelwerk geht es aber auch nicht. Ein zu geringes Regelwerk hat in der Vergangenheit immer dazu geführt, dass "findige Burschen" versucht haben, die Sätze in der Auslegung zu verdrehen. Und aus diesen Erfahrungen heraus ist es nicht nur meine Meinung, sondern die vieler anderer Sportfreunde, dass das derzeitig existierende Regelwerk gut und anwendbar ist. Gegenteilige Einzelmeinungen wird es immer geben, es ist aber ganz gewiss die Minderheit. Wir leben ja in einer Demokratie.

Auch sollte ein Veranstalter niemals versuchen einem blutjungen Neueinsteiger bei den ersten ORI-Versuchen das Regelwerk zum "lernen" zu geben. Anfängeraufgaben müssen selbsterklärend sein. Wer das nicht als Veranstalter beachtet, verprellt den Großteil der "Interessierten" sofort.

Und weil ich es gerade im letzten Beitrag lese ... etwas zur Problematik Feld-und Waldwege:
Es gibt Bundesländer, in denen sind diese Wege größtenteils mit "Fahrverbot für KfZ" belegt. Alle nicht gesperrten öffentlichen Wege, können benutzt werden. Bei aller Wertschätzung, dass man auch mal einen solchen Feldweg braucht um z.B. eine Schleife "kurz" zu halten sollte jeder Veranstalter beachten:
- die meisten Teilnehmer kommen nicht mit einem Geländewagen.
- die meisten Teilnehmer brauchen ihr Auto am nächsten Werktag um zur Arbeit zu kommen.
- alle Wege sollten wenigstens das "begegnen" problemlos ermöglichen, denn nicht jeder Teilnehmer löst die Aufgabe richtig.
- für tiefergelegte Autos ist der Ori-Sport nun mal nichts, aber es gibt auch Serienfahrzeuge mit sehr niedrige Bodenfreiheit!

und alle diese Bedingungen sollten die Wege dann schon zulassen.

Ich danke allen aufmerksamen und geduldigen Buchstabenerkennern, die sich bis hierher durchgeschlagen haben und vielleicht hat dieser Beitrag den Effekt, dass der Eine oder der Andere oder auch Zwei oder Drei oder Viele, einen tieferen Einblick in das Wohl und Wehe des Orientierungssportes bekommen haben .

Martin Vogel


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